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Haben Sie Angst vor der Angst?

by Nuno F. Assis on 16. Oktober 2008

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Liebe Leserin, Lieber Leser,

es ist nun schon einige Zeit her, dass Sie eine „Frage der Woche” von uns bekommen haben. In den letzten Wochen, habe ich mir eine bewusste Auszeit vom Schreiben genommen und mir einige Gedanken zu diesem Coachingbrief „Frage der Woche” gemacht.

Viele Leserzuschriften haben uns erreicht und wir haben uns die Zeit genommen, zu lesen und zu verstehen, was Sie, unsere ehrenwerte Leserinnen und Leser, sich wünschen und was Sie über unseren Service denken. Diese Zeit war wichtig und hilfreich, da wir nun in der Lage sind besser zu verstehen, was Ihnen dieser Service bietet, was Sie sich von diesem Service wünschen und welchen Nutzen dieser Service für Sie und Ihr Leben hat. Deshalb möchte ich mich, zuerst heute bei Ihnen bedanken, für die zahlreichen Zuschriften.

Gleichzeitig mussten wir auch noch ein paar technische Herausforderungen meistern, so dass wir ab sofort in der Lage sind, Ihnen wieder eine regelmäßige Zustellung der „Frage der Woche” zu garantieren. Und bevor wir unsere Services erweitern, war es mir wichtig diese Dinge in den Griff zu bekommen. Nun haben wir endlich alles im Griff ! Ab sofort erhalten Sie wieder, wöchentlich, meinen Coachingbrief „Frage der Woche – BASIC” in der gewohnten Qualität.

Unseren Service „Frage der Woche für Unternehmerinnen & Unternehmer” habe ich überarbeitet. Nach reiflicher Überlegung, habe ich mich dazu entschlossen mit Ihnen die Leitsätze zu teilen, die mich meine Mentoren und Coaches in all den Jahren gelehrt haben. Jede Woche teile ich einen neuen Leitsatz mit Ihnen. Manche werden Ihnen nicht spektakulär erscheinen, obwohl die Umsetzung Sie fordern wird. Andere wiederum haben es richtig in sich.

Eine der wichtigsten Lehren, die ich von meinen Mentoren und Coaches gelernt habe, war die Tatsache, das erfolgreiche Unternehmer und Unternehmerinnen ANDERS denken, als es ein normaler Unternehmer tut. Und gerade in Zeiten wie diesen, wird das „andere Denken” den entscheidenden Impuls liefern für mehr Erfolg und den Ausschlag geben. Sie können ab sofort diesen neuen Coachingbrief hier abonnieren. Die ersten beiden Ausgaben erhalten Sie GRATIS. Der Versand beginnt ab dem 04.11.2008. Mehr Infos finden Sie hier.

Und weil das Denken einen großen Unterschied in unserem Leben und Erfolg ausmacht, möchte ich heute mit einer Frage beginnen, die viele von Ihnen beschäftigt und Sie derzeit verunsichert.

Wir erleben derzeit eine Finanzkrise, wie die meisten von uns sie noch nie erlebt haben. Die Aktienkurse spielen Achterbahn an der Börse und die Märkte schwanken wie noch nie. Fast jeden Tag in den letzten Wochen haben wir neue Hiobsbotschaften vernommen und viele Menschen haben Angst. Große Angst.

Diese Angst spiegelt sich auch in viele Briefen, Emails, Faxen, Anrufen, die mich erreicht haben und in Gesprächen, die ich mit Teilnehmern auf Kongressen und Seminaren geführt habe. Einerseits verstehe ich Sie und ich verstehe die Angst. Andererseits schreibe und rede ich seit gut 2,5 Jahren genau von dem was wir gerade erleben. Wie hat es ein Teilnehmer auf dem letzten Seminar in München am vergangenen Wochenende formuliert: „Anfangs wollte ich Herr Assis nicht glauben, aber irgendwas hat mich dazu gebracht die Tipps aus seinem Seminar „Wealthbuilder – Das Krisenseminar Teil 1″, das ich vor 1,5 Jahren besucht habe, umzusetzen. Heute möchte ich Herrn Assis danken, dass ich meine Ersparnisse gerettet habe.”

Nun warum erzähle ich Ihnen das? Ehrlich gesagt wäre es mir lieber gewesen, ich hätte Unrecht gehabt und wäre mit meinen Prognosen falsch gelegen, denn dann hätten viele von Ihnen jetzt keine Angst und wir würden nicht solche Zeiten gemeinsam erleben. Andererseits weiß ich wie wichtig es ist, in Zeiten wie diesen Führung zu haben. Denn Sie sollten niemals vergessen: Sie haben Angst, Ihre Familie hat Angst, Ihre Freunde haben Angst und Ihre Mitarbeiter haben auch Angst. In Zeiten der Angst sehnen wir uns nach Führung. Nach Menschen, denen wir folgen können. Menschen, die uns die Richtung angeben. Menschen, die vorne weg gehen und denen Menschen gerne folgen möchten.

Deshalb denke ich gerade darüber nach ob ich für die Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer unter Ihnen einen separaten Coachingbrief „Die Kunst der Führung in Krisenzeiten – The Art of Leadership in the time of crisis” verfassen soll, aus dem Sie wertvolle Tipps rund um das Thema Mitarbeiter- und Menschenführung erlernen können, die Sie dann in Ihrem Umfeld (denn wir führen immer und zwar nicht nur unsere Mitarbeiter) einsetzen können. Gerne möchte ich dazu Ihren Feedback erfahren.

Wenn Sie an einem solchen Coachingbrief oder auch an Seminaren zu diesem Thema interessiert sind, dann gehen Sie bitte zu dieser Seite und geben Sie uns ein kurzes Feedback dazu. Wenn genügend Interesse Ihrerseits besteht, dann werden wir einen solchen Coachingbrief und auch ein entsprechendes Seminar sehr zeitnah realisieren.

Doch was passiert gerade und wie gehen Sie am besten mit Ihrer Angst um?

Tatsache ist, dass Menschen derzeit Angst haben. Angst, die in Panik umzuschlagen droht. Es ist ein Urreaktion wenn wir eine Situation nicht mehr glauben kontrollieren zu können, dass wir Angst entwickeln. Und wenn wir zu viel „Unsicherheit”, eines der sechs menschlichen Grundbedürfnisse, haben dann fühlen wir uns extrem Unwohl. Wenn die Unsicherheit dann noch so stark ansteigt, dass wir Angst um unsere Zukunft, um unsere Existenz, entwickeln, dann bekommen wir Panik.

Doch gleichzeitig wissen wir auch, dass Wachstum nur außerhalb unseres gewohnten Bereichs stattfinden kann. Außerhalb unserer Komfortzone. Doch genau da liegt auch die Angst. Als weißt uns Angst manchmal auch den Weg zu neuem Fortschritt und zu Wachstum. Auch wenn es in dem Moment, da wir der Angst begegnen, nicht angenehm ist.

Im Moment erleben wir, wie Emotionen die Börsen regieren. Die Börsen spiegeln immer „nur” die Emotionen der Anleger wider. Wenn es positive Emotionen sind, so haben wir Spaß und die steigenden Börsenkurse gefallen uns. So wie den meisten Menschen ein schöner warmer Sommertag gut tut. Sie sehnen sich nach viel mehr solcher Tage. Doch wir alle wissen, dass der Herbst kommen wird und auch der Winter. Wir erleben es gerade in der Natur. Doch an der Börse vergessen wir das oft.

Bei jedem Crash jammern wir und schimpfen auf die „bösen, bösen Anderen”. Mal sind es Internetunternehmen, mal Analysten, mal Banken. Doch ist es so einfach? Nein, aber Menschen machen es sich gerne einfach. Wir schimpfen schnell, wenn ein amerikanischer Präsident die Welt in „Gut und Böse” aufteilt und verurteilen diese Sicht. Doch die Menschen sind schnell dabei, die gleiche Sicht anzunehmen, wenn es gegen ihre eigenen Interessen geht.

Was wir im Moment an der Börse sehen ist das Spiegelbild unserer Gefühle. Die Regierungen versucht eine aufkommende Panik zu vermeiden und tappen dabei selbst mit unüberlegten Äußerungen von einem Fettnäpfchen ins Nächste. An einem Tag spricht der Finanzminister Herr Steinbrück davon, dass er bei der Rettung der Hype Real Estate Bank in „Abgründe geblickt habe” um wenige Tage danach über Vertrauen und Ruhe zu sprechen. In Zeiten wie diese, ist es wichtig zu verstehen, dass Menschen sensibel auf die Wortwahl reagieren. Sensibel für jede Kleinigkeit sind. Sensibel, weil sie verunsichert sind. Verunsichert, weil ihnen die Führung fehlt.

Dabei liegen die Ursachen für diese Zeiten weit zurück und haben Ihren Ursprung Ende der 70er / Anfangd er 80er Jahre, als man in Amerika ein Gesetz verabschiedete, welches es ermöglichen sollte jedem Amerikaner, die Möglichkeit zu geben Immobilieneigentum zu besitzen. Eine an sich schöne Idee, jedoch nicht in allen Konsequenzen bedacht. Die Folge waren billige Hypotheken und Kredite. Danach folgten Kredite und Hypotheken für Teile der Gesellschaft, die niemals in der Lage waren diese wirklich zu bezahlen. Man dachte es ist Sommer und hört niemals auf. Je größer die amerikanische Immobilienblase wurde, desto größer wurde der Berg an Hypotheken und Krediten, die vom Ausfall bedroht waren. Doch man rechtfertigte die Erhöhung der Hypotheken und Kredite mit den steigenden Hauspreisen in den USA. Und so weiter. Die Geschichte kennen Sie mittlerweile aus vielen Dokumentationen, wobei ich immer wieder erstaunt bin, wie schlecht manche Redaktionen recherchieren und einfach blind von anderen Texte und Fakten übernehmen, die zum Teil sogar falsch wiedergegeben werden.

Die Medien nutzen die Angst der Menschen und schüren diese mit einem „Phrasen-Journalismus” und verkennen dabei, dass sie die Angst und die damit verbundene Panik der Menschen nur weiter anheizen.

Angst und Panik sind zwei Emotionen, die in unserem Körper fest integriert sind. Es sind Prozesse, die in Gang gesetzt werden, um uns vor Gefahren zu bewahren. Diese Reaktionen wurden uns über viele Millionen von Jahren weitervererbt und stammen noch aus der Zeit der Neandertaler, in denen es wichtig war durch den Mechanismus „Panik” (die Mediziner unter den Lesern mögen mir diese einfache Beschreibung nach sehen) den Körper zu überdurchschnittlichen Leistungen zu befähigen, wie zum Beispiel schnell weglaufen zu können oder mit gesteigerter Kraft Gefahren zu meistern. Doch heute macht es meistens wenig Sinn aus Angst und Panik davon zu laufen. Vor allem wenn wir die aktuelle Krise betrachten. Wo wollen Sie auch hinlaufen?

Apropos „Laufen”…der Grund warum alle Politiker eine Panik der Massen verhindern möchten liegt in der Angst vor sogenannten „Bank runs”. Unter diesem Fachausdruck versteht man die Tatsache, dass alle Kunden einer Bank zu dieser Bank laufen (englisch = run) um aus Angst ihr Geld und ihre Ersparnisse abzuheben. Würde das eintreten, dann könnte eine Bank diesen Wunsch all ihrer Kunden auf einmal nicht erfüllen. Würde sich das herumsprechen, dann würden weitere Anstürme auf andere Kreditinstitute folgen und auch dort würden die Kunden, nach einer gewissen Zeit, vor geschlossenen Schaltern stehen. Dies wiederum hätte eine Massenpanik zur Folge und das wiederum würde dazu führen, dass es schnell heißen würde, dass es kein Geld mehr bei Banken gibt.

Doch selbst wenn wir die stabilsten und schönsten Zeiten hätten, würde bei einem solchen Ansturm, die Bank ihre Schalter schließen müssen. Denn was die wenigsten Kunden wissen, ist dass eine Bank nur einen bestimmten Prozentsatz aller Einlagen in physisch verfügbarem Geld vorhalten muss und meisten auch vorhält. In der Regel liegt der Prozentsatz zwischen 5 Prozent und 15 Prozent in Deutschland. Also kann eine Bank gar nicht auf einen Schlag alle Einlagen ausbezahlen. Auch nicht in guten Zeiten.

Doch Menschen haben Angst. Diese Angst wird durch eine Form von Orientierungslosigkeit und durch negative Meldungen in der Presse noch weiter angefacht. Plus das es nun um Dimensionen geht, die sich die wenigsten Menschen wirklich real vorstellen können. Wir hören nur noch Milliarden und Billionen. Die Begriffe Million oder Millionen scheinen ganz aus unserem Öffentlichkeitswortschatz verschwunden zu sein.

Wir lesen und hören Meldungen wie zum Beispiel „Die Banken leihen sich gegenseitig kein Geld mehr, weil sie sich nicht trauen.” und dadurch soll unser Vertrauen gestärkt werden. Es ist nachvollziehbar das sich Banken zum Teil gegenseitig kein Geld mehr leihen, weil sie zum einen in den vergangenen Jahren sich gegenseitig betrogen haben und faule Kredite verpackt in fantastisch klingenden Finanzprodukten gegenseitig verkauft haben und sich dabei die wahren Risiken zum Teil verschwiegen haben. Würden Sie dann der gleichen Bank nun trauen, wenn Sie Bank wären?

Es sind historische Zeiten, denn wir erleben die harte Bewährungsprobe unseres Finanzsystems und wir sollten realistisch verstehen, dass es noch nie in der Geschichte der Menschheit ein Finanzsystem oder eine Währung gegeben hat, die auf Dauer Bestand hatte. Es gab Zeiten in den haben die Menschen mit Salz, Kupfer, Silber, Eisen, Gold, Geld, Reichsmark, Goldmark und Deutscher Mark bezahlt. Und immer wenn ein Finanzsystem an seine Grenzen kam, gab es einen Umbruch. Auch dieses Mal werden wir aus dieser Krise hervorgehen mit einem veränderten Finanzsystem. Wie diese Veränderungen aussehen, wird derzeit auf der ganzen Welt hinter den Kulissen verhandelt und besprochen. Wir alle werden irgendwann darüber informiert.

Der Staat muss helfen und er muss für Ruhe sorgen, denn überall auf der Welt war man mit ganz anderen Problemen beschäftigt, als sich um die offensichtlich aufkommende Finanzkrise zu beschäftigen und sich für diese zu wappnen. Nun ist ein Aktionismus entbrannt, der uns beruhigen soll. Doch eine alte Regel aus der Kriegskunst besagt: „Wenn an einer Stelle viel Krach gemacht wird, dann schau dort hin wo es vermeintlich leise ist.”

So wie es bei großen sportlichen Ereignissen zur Mode geworden ist in „Nacht und Nebel”-Aktionen Gesetze zu verabschieden und es regelmäßig zu erstaunlicher Einigkeit kommt, wenn das Volk sich sportlichen Genüssen hingibt (kommt Ihnen das vielleicht aus dem alten Rom bekannt vor, nach dem Motto „Brot und Spiele”?). So ist es auch in der jetzigen Zeit so, dass wichtige politische Entscheidungen getroffen werden an Stellen, wo man nicht direkt hinschaut. Ein kleines Beispiel:

In 8 Wochen wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. In allen öffentlichen Debatten hat Barack Obama die Massen begeistern können. Sein Programm steht für Veränderung (englisch = Change) und da man ihm (aus Gründen, die ich in einem anderen Coachingbrief beantworten möchte) mehr Führungskompetenz zutraut, liegt er derzeit weit vorne in allen Umfragen. Doch Veränderung schafft immer auch Angst und deshalb hat sein Kontrahent McCain versucht diese Angst vor dem Ungewissen sich zu nutze zu machen. Er ging so weit, dass je schlechter seine Ergebnisse wurde desto mehr hat er versucht Obama in eine Ecke von Minderheiten zu stellen (nicht nur wegen der Hautfarbe oder Religion) und ihn zu letzt sogar versucht mit Terroristen in Verbindung zu bringen. Als dies nichts genutzt hat ließ er sich dazu hinreißen Obama mit Verbalattacken anzugreifen und hat damit mehr Hilflosigkeit dokumentiert, als das Bild eines Mannes, dem ein Volk bereit ist zu folgen.

Doch warum erwähne ich das? Nun es ist sicher eine wichtige Entscheidung, die da in den USA bevor steht, die gerade für die jetzige Krisensituation sehr interessante Folgen haben wird. Jedoch ist es noch viel interessanter zu sehen, dass nun in wenigen Wochen ein Gesetz im amerikanischen Senat durchgepaukt wurde, gegen den anfänglichen Widerstand einiger Senatoren, das eine Umfang von 700 Milliarden US-Dollar (ca. 532 Milliarden Euro) hat. Wieso kommt dieses Gesetz jetzt? Kurz vor dem Amtswechsel im Weißen Haus?

Immerhin wurden in den ersten 5 Monaten diesen Jahres von der amerikanischen Notenbank Federal Reserve bereits ca. 300. Milliarden US-Dollar ohne Gesetz in den Finanzmarkt gepumpt. Und letztes Jahr im August waren es bereits fast genauso viel. Also zusammen fast soviel wie das Paket jetzt, welches per Gesetz beschlossen wurde. Damals brauchte aber niemand ein Gesetz. Interessant nicht wahr?

Ähnliches passiert in Deutschland. Jahrelang sind die Kassen angeblich leer und der Steuerzahler muss immer höhere Steuern verkraften. Selbst als der Finanzminister Monat für Monat von neuen Steuerhöchsteinnahmen berichtet und die Prognosen viel Geld für den Staat vorausberechnen, redet keiner von Steuererleichterungen für die Bürger. Und nun sind auf einmal 500 Milliarden Euro da.

Da wir laut Aussagen unserer Regierung ein viel stabileres Banksystem haben und unsere Banken nicht so massive Probleme haben, wie in den USA, stellt sich dem aufmerksamen Beobachter doch die Frage, wieso ist dann unser Paket annähernd genauso groß wie das der USA?

Und wie kann der Staat, der selbst mit knapp 1.500 Milliarden verschuldet ist, plötzlich ein Paket zur Verfügung stellen, welches so groß ist wie ca. ein Drittel seiner Schulden?

Kritiker werden jetzt sagen, das nur ein kleiner Teil von ca. 80 – 90 Milliarden Euro tatsächlich in Form von Geld an die Banken fließen kann. Der Rest seien ja „nur” Garantien, die den Geldverkehr zwischen den Banken absichern sollen. Stimmt. Doch was wenn diese Garantien in Anspruch genommen werden müssen? Sollte man sich da nicht einmal die Frage stellen, woher kommt denn dann das Geld? Und wie gut ist der Garantiegeber?

Und gestatten Sie mir eine weitere kritische Frage: Haben Sie einen einzigen Minister sagen gehört, dass er künftig auf ein paar Milliarden für sein Ressort verzichtet, so dass dieses Geld zur Verfügung steht?

Auch wird derzeit wieder verstärkt Werbung für Bundesanleihen gemacht, weil man damit die Botschaft „Der Staat rettet die Banken.” untermauern möchte. Doch was sind Bundesanleihen? Nichts anderes als neue Schulden. Denn der Anleger leiht dem Staat sein Geld für eine bestimmt Laufzeit und bekommt für diese Zeit einen Zins (denn er letztlich indirekt durch seine eigenen Steuern finanziert) und am Ende bekommt er wahrscheinlich sein eingezahltes Kapital plus einen evtl. Kursgewinn zurück. Wie das Wort „Bundesanleihe” schon sagt: Sie leihen dem Bund Ihr Geld.

Sollten wir uns nicht die Frage stellen, wie stark dieser Garantiegeber wirklich ist, wem Deutschland denn ca. 1.500 Milliarden (1,5 Billionen Quelle Bund der Steuerzahler) bereits schuldet und damit vielleicht auch die etwas kritische Frage „Wem gehört Deutschland?”? Nun schauen Sie sich einfach mal das nachfolgende Video an, welches einen Panoramabericht aus dem Jahre 2002 zeigt, der im öffentlichrechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde, in dem Reporter und Redakteure dieser Frage einmal kritisch gefolgt sind. Achten Sie vor allem darauf, wie Finanzminister, damals amtierende und ehemalige, sich zum Thema Finanzpolitik der Bundesrepublik Deutschland geäußert haben und wie über dieses Landes gesprochen wird.

 

 

 

Wenn Sie den Videobericht nun gesehen haben, dann fragen Sie sich kritisch wo sollen denn die 500 Milliarden Euro herkommen um das Finanzsystem zu stabilisieren. Vielleicht wird Ihnen nun auch klarer, weshalb der Staat eingreifen muss. Und vielleicht erkennen wir nun etwas besser was auf uns zukommen kann. Vielleicht höhere Steuern. Vielleicht mehr Abgaben. Vielleicht eine neue Währung. Vielleicht eine andere Reform. Wir wissen es nicht genau. Nur es wird etwas auf uns zu kommen, dass uns die Politik noch nicht offenbart hat. Und darin liegt unsere Angst begründet.

Denn auch wenn wir das alles nicht in der Tiefe verstehen, die Zusammenhänge auf der Welt nicht unmittelbar nachvollziehen können, weil wir es nie gelernt haben, so ahnen wir tief in unserem Unbewussten, dass etwas nicht stimmt und dass noch etwas auf uns zu kommen wird. Und weil wir nicht genau bestimmen können was es ist, haben wir Angst.

Wir sollten bei finanziellen Entscheidungen im Moment Ruhe bewahren und uns nicht anstecken lassen von der Angst und der Panik vieler anderer Mitmenschen und sich nicht von panischen Bankmitarbeitern dazu überreden lassen seine Investitionen mit Verlust zu verkaufen. Denn wenn Sie an der Börse investiert sind haben Sie immer noch genauso viele Fondsanteile oder Aktien, wie vor der Krise auch. Sie bekommen derzeit nur weniger Geld dafür. Und so lange Sie nicht jetzt verkaufen, haben Sie auch noch nicht real Geld verloren.

Viel wichtiger ist für Anleger jetzt, sich die Notizen hervorzuholen, die sie sich hoffentlich gemacht haben, als sie die Investition getätigt haben und sich anzuschauen, was die Gründe für den Kauf waren. Und sich dann ernsthaft zu fragen, ob es diese Gründe heute auch noch gibt. Ob Sie immer noch das Gleiche in Ihrer Investition als Potential sehen, weshalb Sie ursprünglich mal gekauft haben.

Stellen Sie sich die Frage, die ich gerne Gesprächpartnern stelle, die in panisch anmutender Angst mich nach Vorträgen fragen, ob dies nun schon der Super-Gau ist und ob die Welt bald untergehen wird: Werden Sie aufhören zu Essen wenn wir eine Rezession haben? Werden Sie aufhören sich zu waschen? Werden Sie aufhören sich die Zähne zu putzen? Aufhören sich zu rasieren? Sich zu kleiden? Oder glauben Sie ernsthaft, dass es in Zukunft keine Banken mehr geben wird und alle Bankaktien ihren Wert auf Null verlieren?

Sicher werden wir uns alle im Rahmen einer Rezession einschränken müssen, aber wir werden viele Dinge weiter tun. Und diese Dinge werden von Unternehmen produziert werden.

Also versuchen Sie Ruhe zu bewahren und sich bewusst zu machen, dass nach jedem heftigen Regenschauer und/oder Sturm das Leben weitergeht und wieder die Sonne scheinen wird. Vor ein paar Jahren hatten wir in Deutschland den schlimmsten Sturm seit vielen Jahren. Damals fegte der Sturm „Kyrill” über Deutschland und brachte das Land in einen Ausnahmezustand und verursachte viele Schäden. Wenn wir uns genau die Zeit danach anschauen, so waren einige von uns schwer betroffen. Doch die meisten waren überhaupt nicht betroffen. Und für beide Gruppen ging das Leben weiter.

In Krisen ist es wichtig seine eigenen Emotionen im Griff zu behalten. Nur so können Sie vernünftige langfristige Entscheidungen treffen und nur so sind Sie in der Lage auch kurzfristig Entscheidungen zu treffen, die Ihnen langfristig nicht schaden werden. Mein Mentor sagte immer:

„Akzeptiere niemals eine kurzfristige Lösung für ein langfristiges Problem.”

Kennen Sie das Gegenteil von Angst? Nein, es ist nicht Mut, wie man vermuten könnte. Denn Mut bedeutet, trotz Angst etwas zu tun. Das Gegenteil von Angst jedoch ist Dankbarkeit.

Schreiben Sie sich jeden Tag mindestens 5 Dinge, für die Sie wirklich dankbar sind in Ihrem Leben, auf. Es klingt nicht spektakulär, aber es ist eine der hilfreichsten Übungen um Angst zu besiegen.

Während ich diese Zeilen schreibe, liege ich mit Fieber krank im Bett. Die Börsen und die Panik in der Welt draußen interessiert mich nur marginal, aber ich bin dankbar dafür, dass ich jeden Tag gesünder werde.

Dankbar dafür, dass sich mein Fieber jeden Tag senkt.

Dankbar dafür, dass ich eine liebende Frau an meiner Seite habe, die sich fürsorglich und voller Liebe um mich kümmert.

Dankbar dafür, dass ich in der Lage bin Ihnen diese Zeilen zu schreiben um Ihnen ein bisschen Halt in diesen vermeintlich unsicheren Zeiten zu geben.

Dankbar dafür, dass ich Sie, meine liebe Leserinnen und Leser habe, die meine Zeilen lesen und wie ein Samenkorn aufgehen lassen in Ihrem Leben, so dass Angst und Panik einen Ort weniger haben um sich auszubreiten.

Danke das es Sie gibt und ich glaube an Sie!

Lassen Sie mich mit einer Frage schließen: Wofür sind Sie heute dankbar?

Ihr Coach

Nuno F. Assis

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Haben Sie Angst vor der Angst? fragt Nuno F. Assis … – Rhetorik - Präsentation - Körpersprache - Etikette - Der erste Eindruck
22. Oktober 2008 um 21:46

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